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5 Techniken für mehr Präsenz und Authentizität in deinem Yoga-Unterricht

Wie du deine Stimme findest und deine Übenden zu Fans machst

Ein Gastbeitrag von Andine Pfrepper

Steck dir einen Finger zwischen die Schneidezähne. Versuch jetzt, zu sprechen. So deutlich wie möglich! Gar nicht so einfach, oder?! Nimm nach ein paar Sätzen den Finger wieder heraus und sprich weiter. Merkst du den WOW-Effekt?! Innerhalb kürzester Zeit klingt deine Stimme viel klarer und präsenter. Und das ganz ohne Anstrengung.
Stell dir vor, du unterrichtest stets mit dieser Präsenz Yoga. Deine Übenden können dir folgen und ganz mühelos füllst du den Raum mit deiner Stimme. Außerdem wirst du nicht mehr heiser, und fühlst dich nicht angestrengt vom vielen Sprechen. Wäre das nicht wunderbar?

Deine Stimme ist dein mächtigstes Werkzeug in deiner Yogaklasse. Vielleicht warst du auch schon einmal in einer Yogastunde und hast dir gedacht: Die Lehrerin unterrichtet ja gutes Yoga – aber die STIMME, die geht gar nicht. Schade! Dabei kann die Stimme trainiert werden und schon kleine Übungen können große Wirkung zeigen – ungefähr so wie das Experiment, das ich dir zu Anfang gezeigt habe.

Denn was nützt das ganze Yoga-Wissen, wenn der Funke nicht überspringt? Was sie dir im Teacher Training nicht sagen: „Teach from your heart“ ist nur ein einzelner Aspekt. Deine Stimme zu finden, ist ein Prozess. Es braucht Zeit, bis du dich in Worten ausdrücken kannst, die dir wirklich aus dem Herzen sprechen und mit denen du deine SchülerInnen klar und präzise anleitest. Um das zu erreichen, gibt es nicht die EINE Technik. Es gibt viele und sie sind alle wichtig. Mein Tipp: Habe einfach Lust am Ausprobieren und Üben – wie im Yoga. Es heißt ja auch „Yoga üben“ und nicht „Yoga können“.

Hier sind 5 Tipps zum Ausprobieren für dich, um dich mit deiner Person und deiner Stimme von anderen Yogalehrenden abzuheben (…und deine Übenden zu Fans zu machen):

1. Sei authentisch

Die Gründe, warum Menschen Yoga-Klassen besuchen, sind vielfältig. Sie wollen sich etwas Gutes tun – und etwas für ihren Alltag mitnehmen. Wunderbar, wenn die Stunde von einer inspirierenden Persönlichkeit geleitet wird. Das bedeutet nicht, dass du dich beim Unterrichten in eine Person verwandeln musst, die du nicht bist. Vielmehr sollte der Unterricht alle Teilnehmenden dazu ermuntern, sie selbst zu sein. Und wie schaffen wir das am besten? Indem auch wir Yogalehrenden wir selbst sind. Authentisch eben. Klingt simpel – gleichzeitig kann Authentizität für jeden etwas anderes bedeuten. Darum habe ich drei Fragen für dich, die du dir stellen kannst:

1. Was bedeutet Authentizität für dich?
2. Wann bist du authentisch bzw. wann merkst du, dass du diesen Wert lebst?
3. Wann bist du nicht authentisch bzw. wann merkst du, dass du diesen Wert nicht lebst?

Sobald du diese Fragen klar und ehrlich für dich beantwortet hast, wirst du mit einer anderen Präsenz vor deine Yoga-Klasse treten.

2. Passe dein Wording an die Yogastunde an

Je nach Stundenthema wirst du andere Worte verwenden: Ist es eine herzöffnende Stunde, ist es eine erdende Stunde – oder aktivierst du deine Yoginis und Yogis? Setze dich in der Stundenvorbereitung nicht nur mit dem Sequencing auseinander, sondern auch mit deiner Sprache. Dir verschiedene Wortsammlungen zu unterschiedlichen Stundenthemen anzulegen, kann sogar viel Spaß machen. Dabei sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. Behalte aber deine Bodenständigkeit und werde nicht zu blumig, damit deine Botschaft nicht verwässert.

3. Nutze die Magie der Pause

Lasse deine Worte wirken und mach! mal! Pause! Damit entfaltet sich die volle Wirkung deiner Worte. Deine Übenden können nachvollziehen, was du gesagt hast und haben Raum zum Spüren. Und du hast Gelegenheit, zu überlegen, wie es weitergeht, statt diese Pausen womöglich mit „Ähms“ und „Ähs“ zu füllen. Interessant zu wissen: Die Pause fühlt sich für uns immer kürzer an als für die Übenden. Folge also nicht dem ersten Impuls, um weiterzusprechen, sondern dem zweiten. Es darf durchaus Stille im Raum sein, denn sie wirkt nicht so, als wüsstest du nicht, wie es weitergeht – im Gegenteil: Du hältst den Raum weiterhin durch deine Präsenz und strahlst Sicherheit aus. Im Online-Yoga jedoch, wo die physische Präsenz wegfällt, kannst du die Pausen kürzer halten. Dann hältst du den Raum und den Kontakt zu deinen Übenden vorwiegend über die Stimme.

4. Lass deine Stimme nach Hause kommen

Deine Stimme ist dein akustischer Fingerabdruck: Niemand klingt wie du. Fantastisch! Das heißt auch, dass du gar nichts machen musst, um einzigartig zu sein – und doch fällt es vielen Menschen schwer, sich und ihre Stimme zu zeigen. Dir ist es schon passiert, mir ist es schon passiert: zu hoch gesprochen! Weil du nett und liebenswert wirken wolltest – aber eigentlich war es Ausdruck purer Unsicherheit. Warum auch immer: Es wirkt nicht authentisch. Nicht souverän. Nicht kompetent.

Authentisch und zugleich ausdauernd ist deine Stimme, wenn du in ihrem „Zuhause“, also in der richtigen Stimmlage sprichst. Das kannst du ausprobieren, indem du in verschiedenen Tonlagen vor dich hin summst und genau erspürst: Wo ist die meiste Vibration in den Lippen? Wo spürst du die Resonanz im Körper? Wo fühlt sich das Summen „stimmig“ an? Und dann achte darauf, dass du beim Sprechen immer wieder in diese Lage zurückkehrst. Frage dich außerdem einmal, was dich zurückhält, wirklich sichtbar und hörbar zu sein. Wenn wir uns mit unserer Stimme beschäftigen, wirkt sich das automatisch auf unser persönliches Wachstum aus. Auch umgekehrt wird sich dein Selbstbild immer auf den Klang deiner Stimme auswirken. Denn: Stimmentwicklung ist Persönlichkeitsentwicklung.

5. Wiederholung ist Queen

Hast du manchmal das Gefühl, dass du dich beim Anleiten ständig wiederholst? Und ertappst du dich bei dem Gedanken, mehr variieren zu müssen? Ich kann dich beruhigen: Du musst nicht alles in jeder Stunde auf eine ganz neue Weise erklären oder anleiten. Denn Wiederholungen bieten ganz wunderbare Chancen. Wiederholungen sind super! Wiederholungen sind QUEEN! Sie schaffen Verlässlichkeit, denn deine Yoginis und Yogis wissen mit der Zeit, wie du dich ausdrückst und was du mit bestimmten Formulierungen meinst. Durch die Wiederholungen können sie sich besser fallen lassen und den Prozessen in ihrem Inneren lauschen. Manchmal klingen deine Worte auch in den Übenden nach, wenn sie die Matte verlassen. Sie denken in Situationen im Leben an deine Sätze aus der Yogastunde und sind mit dir verbunden – auch über die Matte hinaus.

Letztendlich geht es genau darum: Um Verbindung und Präsenz!

Widme dich deinen Yoginis und Yogis in der Yogastunde zu 100%. Wann im Alltag bekommen wir von Menschen die volle Aufmerksamkeit? So gut wie nie. Schon allein diese Erfahrung deiner Präsenz ist ein riesiges Geschenk an deine SchülerInnen.

Also: Lass den Perfektionsdruck los und sei du selbst. Hab Spaß am Unterrichten – das überträgt sich! So werden deine Übenden zu Fans.


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Andine Pfrepper

Andine ist Schauspielerin, Yogalehrerin, Stimm- & Präsenzcoach und die Gründerin von magic*spell yoga.
Seit 20 Jahren praktiziert Andine Yoga. Es hat sie durch Leistungssport und Schauspielstudium begleitet. Neben ihrem Festengagement als Schauspielerin am Theater hat sie ihre erste Ausbildung in Hatha Yoga absolviert. 2021 folgte die Yin Yoga Ausbildung bei Helga Baumgartner. In ihren Stunden verbindet sie klassisches Hatha Yoga mit taoistischen Flows und tragendem Yin Yoga. Ihr ist ein spielerischer Ansatz mit viel Freiraum zum Erforschen wichtig.
Andine hat außerdem einen Masterabschluss in Speech, Communication & Rhetoric von der Universität Regensburg und ist zertifizierter Life Coach. Als Stimm- & Präsenzcoach hilft sie Yogalehrenden, ihre individuelle Stimme zu finden und so mutig und authentisch ihre Botschaft in die Welt zu bringen. In ihrer Arbeit verbindet sie ihre 20-jährige Bühnenerfahrung mit Yoga-Wissen, Coaching-Ansätzen und fundierten Techniken rund um Stimme und Sprache, um deinen Yoga-Unterricht zu einem magischen Erlebnis zu machen.

Fotocredits: Christina Iberl & Stefan Klüter

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